Fünf Jahre Wild Women’s Club

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Vom Terrassenwochenende zum kuratierten Frauenkreis

Manche Ideen entstehen nicht am Schreibtisch. Sie entstehen aus einem Gefühl, das schon lange da ist, aber noch keine Form gefunden hat.

 

Bei mir war das der Wunsch, einen besonderen Raum für Frauen zu schaffen. Einen Raum, in dem berufliches Wachstum, persönliche Entwicklung, Freundschaft, Tiefe, Leichtigkeit, Bewegung, Kreativität und schöne Momente nicht getrennt voneinander stattfinden müssen.

 

2022 habe ich dann einfach angefangen.

 

Ich trommelte ein paar Frauen zusammen und lud sie von Donnerstag bis Sonntag zu mir nach Kitzbühel ein. Wir schliefen alle bei mir, saßen auf der Terrasse, wanderten, machten Yoga und Pilates, gingen gemeinsam essen und arbeiteten in mehreren Einheiten an einem Thema, das viele Frauen bewegt: Geld, Finanzen und Selbstverantwortung. Dafür holte ich Dr. Kerstin Klosz dazu, die mit uns einen Finanzworkshop gestaltete.

 

Schon am zweiten Tag saßen wir auf meiner Terrasse, und die ersten riefen: „Oh mein Gott, wir wollen das wiederhaben!“

 

Da war Kerstin und mir klar: Das war nicht einfach ein schönes Wochenende. Da war etwas entstanden.

 

Warum nicht alles gleich ein Verband werden muss

Ich hatte schon länger darüber nachgedacht, etwas für Frauen aufzubauen. Als Kerstin dazu kam, gingen wir in uns: Vielleicht einen Verband? Vielleicht eine größere Struktur?

 

Aber aus Erfahrung wusste ich auch: Ein Verband bedeutet Satzung, Vorstand, Notar, Verantwortung, Gremienarbeit und viel freiwillige Zeit von vielen Menschen. Ich hatte das schon einmal erlebt, als ich mit meinem Geschäftspartner Ralf Schmitt und anderen den Moderatorenverband Deutschland mitgegründet habe.

 

Und die Frauen wollten ja kein ein Ehrenamt.

 

Sie wollten einfach nur wiederkommen und diesen besonderen Spirit des Miteinanders wiedererleben.

 

Also haben wir nach einer Form gesucht, die zu diesem Bedürfnis passt. Keine große Institution. Kein klassisches Netzwerk. Kein Verein, in dem man sich bewerben kann. Sondern ein kuratierter Kreis, der langsam wachsen darf.

 

Heute läuft der Wild Women’s Club organisatorisch über meine Firma, die Impulspiloten GmbH. Das macht vieles möglich: Projektleitung, Struktur, Buchhaltung, Kommunikation, Erfahrung mit Gruppenformaten und die professionelle Begleitung eines Formats, das zugleich sehr persönlich bleiben soll.

 

Unsere Projektleiterin Miriam Buhl hält dabei inzwischen viele Fäden zusammen – was bei einem Format dieser Größe und Qualität absolut entscheidend ist.

 

Wachstum braucht Bewegung

Ein wichtiger Gedanke aus meiner eigenen Erfahrung war: Ein Kreis darf nicht stehen bleiben.

 

Ich hatte seit 2017 eine Mastermind-Gruppe mit fünf Frauen, die sich viermal im Jahr für ein langes Wochenende bei mir in Kitzbühel getroffen hat. Das war lange sehr wertvoll und funktionierte vor allem durch ein hohes Commitment. Aber irgendwann merkte ich: Wir kennen unsere Themen, unsere Muster, unsere Perspektiven. Es wurde vertraut – aber auch etwas kreisend.

 

Deshalb war mir für den Wild Women’s Club von Anfang an wichtig: Es braucht Bewegung. Neue Frauen. Neue Impulse. Neue Perspektiven. Nicht jedes Jahr eine komplette Veränderung, aber ein sanftes, kontinuierliches Weiterbewegen. Also von Anfang an schon ein Growth Mindset in der DNA des Clubs.

 

2023 nahm ich meine Mastermind-Gruppe mit in den Club. 2024 und 2025 nahmen wir erste Anwärterinnen auf. Und 2026 waren es bereits sieben Anwärterinnen!

 

Der Club wächst langsam. Nicht aggressiv. Nicht nach Marketingplan. Sondern organisch, über Beziehungen, Vertrauen und Einladung.

 

Denn in den Wild Women’s Club kann man sich nicht einfach bewerben. Man wird eingeladen.

 

Das klingt exklusiv – und ist es in gewisser Weise auch. Aber nicht im Sinne von Status. Sondern im Sinne von Verantwortung für den Raum. Wenn ein Kreis auf Offenheit, Tiefe und Vertrauen basiert, dann ist entscheidend, wer hineinkommt und mit welcher Haltung.

 

Was einen guten Frauenraum ausmacht

Warum schreibe ich dann überhaupt öffentlich über einen Club, in den man nicht einfach eintreten kann?

 

Weil ich glaube, dass dieses Format etwas zeigt, das weit über den Wild Women’s Club hinaus interessant ist: Wie können Räume wachsen, ohne ihre Seele zu verlieren?

 

Für mich braucht es dafür mehrere Ebenen.

 

Es braucht berufliches Wachstum: Austausch über Business, Geld, Sichtbarkeit, Entscheidungen, Führung, Selbstständigkeit und Verantwortung.

 

Es braucht persönliches Wachstum: Räume für Reflexion, innere Muster, Beziehungen, Mut, Grenzen und Entwicklung.

 

Es braucht Körper und Bewegung: Sport am Morgen, Breathwork, Eisbaden, Ecstatic Dance, Wandern, Natur und die Erfahrung, nicht nur mit dem Kopf zu verstehen.

 

Es braucht Kreativität und Kultur: Kunst, gestalterische Prozesse, Humor, Ausdruck und Perspektivwechsel.

 

Es braucht Ernährung und Genuss: gemeinsames Essen, schöne Tische, Gespräche, die beim Dessert noch einmal tiefer werden, und das Gefühl, gut versorgt zu sein.

 

Und es braucht Struktur.

 

Das klingt vielleicht unromantisch, ist aber unglaublich wichtig. Viele Teilnehmerinnen sagen mir immer wieder, wie besonders die Mischung ist: einerseits Offenheit, Tiefe und echte Begegnung – andererseits ein sehr klarer Rahmen. Nicht alles ist beliebig. Nicht alles muss spontan entstehen. Die Struktur hält den Raum, damit darin Freiheit entstehen kann.

 

Fünf Jahre später: Astraea

In diesem Sommer haben wir unser fünfjähriges Jubiläum gefeiert.

 

Vom 15. bis 19. Juli kamen 28 Frauen im Eco Resort Astraea in Vissum zusammen. Nach den ersten Jahren, in denen ich für uns noch Airbnb’s gemietet habe und wir selbst gekocht haben, war das ein großer Schritt.

 

Das Astraea ist ein ökologischer Seminar- und Retreathof in der Altmark, entstanden aus einem alten Dreiseitenhof. Das Berliner Architektenpaar Jana Kusick und Christian Laase hat dort einen besonderen Ort geschaffen: fast vier Hektar Natur, Weite, Ruhe, schöne Räume und ein Sternenhimmel, der allein schon fast ein Programmpunkt ist und der mich noch heute begleitet.

 

Dieser Ort passte perfekt zu dem, was der Club inzwischen geworden ist: nicht laut, nicht überinszeniert, aber kraftvoll, klar und sehr besonders.

 

Auch kulinarisch war es ein Geschenk. Bekocht wurden wir von Regine Freyberg, mehrfacher Kochbuch-Autorin für vegane Küche. Und wer bei veganer Retreat-Küche an Verzicht denkt, hätte bei uns sehr schnell gemerkt: Das Gegenteil ist der Fall. Es war bunt, liebevoll, kraftvoll und voller Geschmack. Und – nachhaltig!

 

Ein Programm wie ein Lebensrad

Das Programm war so vielfältig wie die Frauen selbst – und das hier ist wirklich nur eine Auswahl: Breathwork, Eisbaden, Sport am Morgen, Workshops zu Female Fitness & Nutrition, Charaktertypen, psychologischer Sicherheit, Gewohnheiten und Humor.

 

Dazu kamen eine Kräuterwanderung mit Heilkräuter-Expertin Johanna Herzog, Kreativ-Sessions mit unserer Clubkünstlerin Sina Paulitz, Ecstatic Dance und viele Gespräche, die kein offizieller Programmpunkt je ganz abbilden kann.

 

Für mich ist genau das der Kern: Der Wild Women’s Club bedient nicht nur einen Bereich des Lebens. Er ist kein reines Business-Netzwerk, kein Retreat nur für Selbstfürsorge und keine spirituelle Auszeit ohne Alltagstransfer.

 

Er verbindet die Felder, die unser Leben tatsächlich prägen: Beruf, Körper, Beziehungen, Kreativität, Geld, Gesundheit, Freundschaft, Sinn, Ausdruck und Mut.

 

Vielleicht ist das der Grund, warum mich dieser Club inzwischen das ganze Jahr begleitet. Ich sammle Ideen, notiere Beobachtungen, denke über neue Formate nach, höre zu, was die Frauen beschäftigt, und lasse es im nächsten Jahr einfließen.

 

Der Club wächst nicht nur von außen.

Er wächst auch in mir weiter.

 

Wildheit ist kein Kostüm

Das Wort „wild“ wird manchmal missverstanden.

 

Für mich bedeutet Wildheit nicht, laut, unangepasst oder ständig rebellisch zu sein. Wildheit ist die Erinnerung daran, dass wir mehr sind als unsere Rollen, Funktionen und To-do-Listen.

 

Wildheit bedeutet, wieder Zugang zu dem zu bekommen, was lebendig ist. Zu dem, was mutig ist. Zu dem, was vielleicht lange zu vernünftig, zu angepasst oder zu beschäftigt war.

 

In diesem Sinne ist der Wild Women’s Club für mich ein Wachstumsraum. Nicht, weil dort alle ständig an sich arbeiten. Sondern weil dort Frauen zusammenkommen, die bereit sind, sich ehrlich zu zeigen, voneinander zu lernen und einander größer zu denken.

 

Was 2022 auf meiner Terrasse begann, ist heute ein gewachsener Kreis.

 

Nicht perfekt geplant.

Nicht durchskaliert.

Sondern langsam, organisch und mit jeder Ausgabe ein Stück klarer.

 

Und vielleicht ist genau das die schönste Form von Wachstum.

 

Keep growin’

Vaya

Autor

  • Vaya Wieser Weber

    Vaya Wieser-Weber ist Unternehmerin und Keynote Speakerin für Growth Mindset, Zuversicht und positive Führung im Business. Unternehmen buchen sie, wenn es darum geht, Veränderung nicht nur zu verstehen, sondern in Verhalten zu übersetzen und eine klare, zukunftsorientierte Haltung im Unternehmen zu verankern.

    Sie zählt zu den profiliertesten Speakerinnen im deutschsprachigen Raum und steht für Keynotes mit Substanz, Wirkung und hoher Umsetzungsstärke – geprägt von über 25 Jahren Erfahrung, fundierter Expertise sowie einer kraftvollen Mischung aus Klarheit, Energie und Humor.

    In ihren Vorträgen zeigt sie, wie Unternehmen, Teams und Führungskräfte auch in unsicheren Zeiten handlungsfähig bleiben, ein starkes Growth Mindset entwickeln und Zuversicht gezielt als Führungsressource nutzen.

    Als Autorin, Podcasterin von „Good Life, Good Business“ und geschäftsführende Gesellschafterin der Impulspiloten GmbH entwickelt sie Formate für Organisationsentwicklung, die Kultur, Zusammenarbeit und Führung nachhaltig verändern.

    Mehr über ihre Arbeit:
    👉 www.vaya.live
    👉 www.impulspiloten.de
    👉 www.wildwomensclub.de
    👉 Podcast „Good Life, Good Business

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