Leadership im KI-Zeitalter: Wenn Führungskräfte beginnen, KI zu führen

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Vaya mit dem Teilnehmern der Future Development Days von Motel One

Ein Praxisbeispiel aus einem Leadership-Programm von Vaya Wieser-Weber zeigt, warum der Umgang mit KI zu einer Schlüsselkompetenz moderner Führung wird.

Als sich der Seminarraum mit angehenden Hoteldirektor:innen langsam füllt, wird die Energie der Teilnehmer immer mehr spürbar.

 

Denn die Teilnehmer der Future Development Days von Motel One sind kurz vor ihrem nächsten Karrieresprung – der Leitung eines eigenen Betriebs.

 

Und das bringt neue Herausforderungen mit sich:

 

  • Wie gestalte ich die ersten Monate bei der Übernahme eines Betriebs?
  • Wie gewinne ich das Vertrauen eines neuen Teams?
  • Wie treffe ich Entscheidungen unter Unsicherheit und unvollständigen Informationen?
  • Wie führe ich Teams durch schwierige Situationen?
  • Und wie behalte ich Orientierung, wenn mehrere Deadlines, Erwartungen des Teams und Druck von oben gleichzeitig auf sie einprasseln?

 

Am letzten Tag haben wir etwas Neues ausprobiert – kein weiteres Management-Tool, sondern etwas anderes.

 

Und die Reaktionen hätten kaum unterschiedlicher sein können:

 

Aus manchen Blicken war die Skepsis deutlich herauszulesen.
Andere waren überrascht und viele einfach neugierig – fast wie Kinder kurz vor der Bescherung.

 

Die Führungskräfte lernten, wie sie ChatGPT als Sparringspartner für Führungsentscheidungen und Business-Coaching nutzen können.

Warum Leadership-Programme heute anders aussehen

Schnell zeigte sich etwas, das viele nicht gedacht hätten: Die Qualität der Antworten hängt nicht von der KI ab – sondern davon, wie gut Führungskräfte Fragen stellen, Probleme strukturieren und Entscheidungen reflektieren.

 

Und genau hier beginnt ein neues Kapitel moderner Führung.

 

Denn mit einem präzisen Prompt können Führungskräfte heute strategische Fragen spiegeln, schwierige Gespräche vorbereiten oder Führungsdilemmata durchdenken.

 

Kurz: Sich coachen lassen!

 

Dabei hält sich oft der Irrglaube, dass es technische Affinität braucht, um von KI profitieren zu können.

Doch der Schlüssel zum Erfolg liegt ganz woanders.
Und natürlich wie so oft: näher als man denkt!

 

Denn im Leadership-Programm zeigte sich schnell:

Der entscheidende Unterschied liegt nicht in der Technologie.

Er liegt im Denken der Führungskraft.

 

  • Wer klar kommunizieren kann, kann auch gute Prompts formulieren.
  • Wer Aufgaben präzise delegieren kann, kann auch KI sinnvoll steuern.
  • Und wer verschiedene Perspektiven einnehmen kann, kann auch mit KI komplexe Situationen reflektieren.

 

Oder anders gesagt: Die Fähigkeiten, die gute Führung ausmachen, sind oft dieselben Fähigkeiten, die auch im Umgang mit KI entscheidend sind.

Vaya bei Future Development Days für Motel One

Studie: Wer KI gut führt, führt oft auch Menschen gut

Eine ähnliche Beobachtung machten auch die Forscher Ben Weidmann, Yixian Xu und David J. Deming.

 

In ihrer Studie Measuring Human Leadership Skills with AI Agents am National Bureau of Economic Research (NBER) gingen sie der Frage nach, ob Menschen, die KI-Agenten gut führen können, auch menschliche Teams besonders effektiv führen.

 

Dafür arbeiteten Führungskräfte in einem Experiment an vergleichbaren Problemlösungsaufgaben – einmal mit menschlichen Teams und einmal mit KI-Agenten.

 

Und die Ergebnisse?
Ein Blick in die Zukunft – wie zukünftige, moderne Führung aussehen kann.

 

Denn die Führungsleistung korrelierte stark zwischen beiden Anwendungsfällen, mit einem Korrelationswert von ρ = 0,81.

 

Auf gut Deutsch: Führungskräfte, die mit KI-Agenten besonders gute Ergebnisse erzielten, waren meist auch in der Führung menschlicher Teams besonders erfolgreich.

 

Der entscheidende Punkt dabei:

 

Der Unterschied lag nicht primär im technischen Know-how.

 

Erfolgreiche Führungskräfte stellten mehr Fragen, sorgten für mehr Austausch im Gespräch und arbeiteten häufiger mit einer „Wir“-Perspektive.

 

Also genau die Fähigkeiten, die auch in modernen Leadership-Programmen vermittelt werden.

Wenn Organisationen beginnen, KI zu führen

Über diese Entwicklung sprach auch Dominic von Proeck in seiner Keynote „Leaders of AI“ auf der Winterkonferenz der German Speakers Association.

 

Sein Unternehmen bleibt ganz bewusst klein – maximal zehn Menschen.
Gleichzeitig arbeitet das Team mit über 50 KI-Agenten.

 

Jeder dieser Agenten hat einen Namen und eine klare Rolle:

 

  • Bernd ist zum Beispiel für Content zuständig.
  • Helga kümmert sich um das CRM-System.
  • Und es gibt auch KI-Agenten, die die anderen Agenten führen und koordinieren.

 

(Nur fürs Kaffeebringen gibt es bisher noch keinen – schade!)

 

So entsteht nach und nach eine Führungsstruktur aus Menschen und digitalen Agenten.

 

Und damit rückt eine neue zentrale Managementfrage immer mehr ins Rampenlicht:
Wie führt man eigentlich KI?

 

Denn auch KI-Agenten brauchen im Grunde das Gleiche wie jedes andere Teammitglied:

 

  • klare Ziele,
  • präzise Aufgaben,
  • strukturierte Kommunikation
  • und regelmäßiges Feedback.

 

Führung bleibt also Führung – nur das Team verändert sich!

Vaya Wieser-Weber mit Dominic von Proeck Sr. auf der WinterConference der German Speakers Association

Wie ChatGPT zum Sparringspartner für Führungskräfte wird

Im Leadership-Programm lernten die Teilnehmenden einen Prompt kennen, mit dem ChatGPT nicht nur ein isoliertes Tool für Recherchen und Zusammenfassungen bleibt, sondern als Sparringspartner für Führungsfragen genutzt werden kann. 

 

Und dieser Prompt für Führungskräfte kann so aussehen:

 

Du bist ein erfahrener Business Coach und Organisationsberater mit Expertise in Leadership, systemischer Beratung, Organisationsentwicklung, emotionaler Intelligenz und Entscheidungsfindung unter Unsicherheit.

 

Deine Aufgabe ist es, mich als Führungskraft bei strategischen und operativen Fragen zu unterstützen.

 

Arbeite nach folgenden Prinzipien:

 

  • Stelle zunächst klärende Fragen, bevor du Ratschläge gibst.
  • Hilf mir, mein Problem selbst zu erkennen und klar zu strukturieren.
  • Zeige verschiedene Perspektiven und Entscheidungsoptionen auf.
  • Nutze Methoden aus Leadership-Coaching, systemischer Beratung, Entscheidungsanalyse und Organisationsentwicklung.
  • Gib keine pauschalen Lösungen, sondern unterstütze meine eigene Reflexion.
  • Bleibe kritisch

 

Kontext zu meiner Rolle:
[Hier beschreibt die Führungskraft ihre Position, Branche und aktuelle Situation.]

 

Mein aktuelles Thema lautet:

[Hier beschreibt die Führungskraft ihr konkretes Führungsproblem.]

 

Bitte führe mich Schritt für Schritt durch eine strukturierte Reflexion und stelle mir zuerst drei klärende Fragen.

 

 

Und mit diesem letzten Baustein des Leadership-Programms nehmen die Teilnehmenden mehr mit als nur ein weiteres Werkzeug.

Sie gewinnen einen digitalen Sparringspartner für ihre neue Führungsrolle.

Einen, der hilft:

  • Gedanken zu sortieren,
  • Perspektiven zu erweitern
  • und Entscheidungen klarer zu reflektieren.

 

So wird Prompting zu einer neuen Form der Begleitung für Führungskräfte.

 

 

Wie KI bei Assessments von Führungskräften sinnvoll eingesetzt werden kann

Seit vielen Jahren begleite ich Führungskräfte in Leadership-Programmen und Assessments auf dem Weg zu größeren Verantwortungsrollen.

 

Ein zentraler Bestandteil solcher Formate ist es, Situationen zu schaffen, in denen sich echtes Führungsverhalten zeigt: komplexe Aufgaben, Zeitdruck, widersprüchliche Informationen.

 

Damit wird vor allem ein Ziel verfolgt: sichtbar zu machen, wie Menschen denken und handeln, wenn Führung gefragt ist.

 

  • Wie strukturieren sie Probleme?
  • Wie treffen sie Entscheidungen?
  • Wie kommunizieren sie, wenn die Situation unübersichtlich wird?

 

Vieles davon lässt sich auch im Umgang mit KI beobachten und damit wird KI zu einer Art Führungs-Spiegel.

 

Viel mehr als das Ergebnis zählt der Weg dorthin:
Wie jemand denkt, wie jemand fragt und wie jemand Entscheidungen vorbereitet.

 

Der Umgang mit KI könnte daher künftig selbst zu einem Beobachtungsfeld für Leadership werden.

Nicht nur was jemand entscheidet, sondern auch wie jemand mit intelligenten Systemen arbeitet, kann Hinweise auf Führungsstärke geben.

 

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Wie sich Leadership im KI-Zeitalter verändert

Vieles verändert sich gerade durch KI – und manches hat sich bereits verändert.
(Googelt eigentlich überhaupt noch jemand was selbst?)

 

Und so verändert sich auch Führung.

 

Teams werden künftig nicht mehr nur aus Menschen bestehen, sondern zunehmend auch aus KI-Agenten.

 

Das bedeutet für Führungskräfte:
Sie steuern ein komplexes System aus Menschen, Technologien und KI.

 

Damit verschiebt sich auch eine zentrale Frage moderner Leadership-Programme:

 

Wer ist in der Lage, nicht nur Menschen zu führen, sondern ein ganzes System?

 

Organisationen, die Führungskräfte frühzeitig auf diese Realität vorbereiten, schaffen sich damit einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

 

 

Bleibt neugierig –

eure Vaya Wieser-Weber,

und das Team der Impulspiloten

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