Als Keynote Speakerin und Expertin für Growth Mindset, Veränderung und Haltung werde ich oft gefragt, ob ich meine Vorträge auf Branchen, Unternehmen oder konkrete Herausforderungen anpassen kann. Und ob! Das muss ich sogar, denn wenn ich für die unterschiedlichen Branchen auf der Bühne stehe, will ich, dass meine Botschaft auch wirklich ankommt. Und dazu muss ich die Sprache der Branche bzw. des Unternehmens kennen.
Wenn ich also beginne, eine Branche durch die Brille eines Growth Mindset zu betrachten, wird es auf ganz besondere Art konkret. Dann geht es nicht mehr um Modelle oder wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern um das, was gerade wirklich der Schmerz ist.
In diesem Fall bzw. Blog geht es genau um diese Painpoint der Business-Eventbranche.
Ich bewege mich selbst genau an dieser Schnittstelle. Wenn ich als Keynote Speakerin auf der Bühne stehe – ob vor 1.000 Menschen oder im exklusiven Führungskreis – spreche ich als Expertin für Veränderung, die seit über 30 Jahren Organisationen und Menschen durch Wandel begleitet. Gleichzeitig gestalte ich aber als geschäftsführende Gesellschafterin der Impulspiloten GmbH seit vielen Jahren genau solche Veranstaltungen mit – oft im Kontext von Organisationsentwicklungsprozessen: Events als Auftakte, Transformations-Meilensteine oder bewusst unkonventionelle Formate, wenn es darum geht, Bewegung in Systeme zu bringen.
Und genau hier wird es interessant.
Der große Shift, den wir gerade sehen
Die Eventbranche steht gerade an einem echten Wendepunkt und das hat mehrere Treiber.
Zum einen verändert sich die Rolle von Events grundlegend. Es geht längst nicht mehr darum, „dass etwas stattfindet“. Events werden immer stärker als strategisches Instrument eingesetzt: für Kulturveränderung, für Alignment in Transformationen, für Leadership-Entwicklung oder Community Building. Der Maßstab verschiebt sich damit deutlich – weg von der Inszenierung hin zur Wirkung danach.
Gleichzeitig verändert KI nicht das Event selbst, sondern alles drumherum. Teilnehmer-Journeys werden personalisiert, Kommunikation automatisiert, Inhalte dynamisch angepasst. Während des Events entstehen Echtzeit-Feedbacks, nach dem Event geht es nicht mehr nur um Zufriedenheit, sondern um Wirkung und Transfer. Events entwickeln sich dadurch von einmaligen Momenten hin zu kontinuierlichen Lernsystemen.
Und dann ist da noch das Thema Nachhaltigkeit. Viele Unternehmen wollen nachhaltiger werden und gleichzeitig greifen oft noch die alten Routinen. Budgetdruck, Zeitdruck, fehlende Alternativen. Aber wenn man genauer hinschaut, liegt der Hebel selten nur in den Ressourcen.
Nachhaltigkeit scheitert selten am Geld, sondern an Gewohnheit.
Die Realität, in der diese Branche arbeitet
Und all das trifft auf eine Branche, die eine Besonderheit hat: Wenn ein Event am 20. Mai stattfindet, dann findet es am 20. Mai statt. Punkt.
Das bedeutet: Entscheidungen werden unter Unsicherheit getroffen. Dinge werden umgesetzt, während sie sich noch entwickeln. Lernen passiert im Tun – nicht danach.
Gleichzeitig ist der Anspruch extrem hoch. Events sollen nicht nur funktionieren, sondern wirken. Sie sollen Menschen erreichen, bewegen, verändern. Und genau daraus entstehen die zentralen Herausforderungen:
- Permanente Veränderung.
- Hoher Erwartungsdruck.
- Und eine zunehmende emotionale Erschöpfung in den Teams.
Was ein Growth Mindset hier konkret verändert
Ein Growth Mindset beschreibt die Überzeugung, dass wir nicht fertig sind – dass wir uns entwickeln können, als Menschen, als Teams und auch als Branche. Und genau das ist hier entscheidend. Ein Growth Mindset entlastet, weil es den Anspruch verschiebt: weg von „es muss sofort sitzen“ hin zu „wir entwickeln das gemeinsam weiter“. Teams, die so denken, trauen sich eher zu experimentieren, sprechen offener über Probleme – und bleiben auch unter Druck kreativ.
Ich sehe den Unterschied in der Praxis sehr deutlich. Teams, die so arbeiten, warten nicht auf perfekte Bedingungen. Sie beginnen, sie testen, sie lernen schneller. Die Eventbranche ist kein Ort für Perfektion – sondern für Lernfähigkeit.
Ein Beispiel aus unserer Arbeit bei den Impulspiloten
Vier Tage nach dem ersten Corona-Lockdown hätten wir als Impulspiloten unser eigenes Live-Event durchgeführt. 200 Teilnehmende, sieben Speaker:innen – alles war vorbereitet. Und dann war klar: Das wird so nicht stattfinden.
Wir haben uns bewusst gegen Absage entschieden und für Verantwortung. Innerhalb kürzester Zeit haben wir das Event digitalisiert, ein Studio aufgebaut und uns eine zentrale Frage gestellt: Wie entsteht Nähe, wenn Menschen nicht mehr im selben Raum sind? Die Antwort lag nicht in der Technik, sondern in der Interaktion. Wir haben Pausen zu Erlebnisräumen gemacht, Künstler:innen integriert, Quiz- und Spielformate entwickelt und uns Inspiration aus dem Fernsehen geholt.
Was daraus entstanden ist, war keine perfekte Lösung, sondern eine Lernbewegung. Wir mussten keine Tickets zurückgeben, hatten plötzlich einen funktionierenden digitalen Case und haben angefangen weiterzudenken: Wenn Kund:innen das buchen – was brauchen sie als Nächstes? So ist Schritt für Schritt ein neues Geschäftsmodell entstanden. Für zwei Jahre haben wir ausschließlich digitale und hybride Events umgesetzt, inklusive Coaching für interne Moderator:innen.
Dann kam der nächste Shift und dieses Modell war plötzlich nicht mehr gefragt.
Genau das gehört dazu.
Was Führung jetzt leisten muss
Gerade in dieser Branche zeigt sich, wie entscheidend Führung wirklich ist. Teams orientieren sich nicht an dem, was gesagt wird, sondern an dem, was erlaubt ist.
Wenn Fehler sanktioniert werden, wird niemand experimentieren. Wenn jede Entscheidung sofort bewertet wird, entsteht Vorsicht statt Initiative. Wenn Zeitdruck so hoch ist, dass kein Raum für Ausprobieren bleibt, wird nur noch abgesichert statt gestaltet. Und wenn Unsicherheit versteckt wird, wird sie im Team größer.
Bewegung entsteht dort, wo Lernen vorgelebt wird. Psychologische Sicherheit ist die Basis für jede Innovation – auch im Eventbereich – und sie entsteht nicht durch Methoden, sondern durch Haltung.
Drei Gedanken, die bleiben
- Lernen passiert nicht vor oder nach dem Projekt – sondern mittendrin.
- Innovation entsteht nicht aus Sicherheit, sondern im Umgang mit Unsicherheit.
- Nachhaltige Veränderung scheitert selten an Ressourcen – sondern an Gewohnheiten.
Ich glaube, die Zukunft dieser Branche liegt genau in dieser Verbindung: Technologie wird vieles effizienter, personalisierter und messbarer machen. Und gleichzeitig wird das Menschliche noch wichtiger. Die, die beides verbinden, werden die nächsten Jahre prägen.
Keep growing –
eure Vaya Wieser-Weber,
und das Team der Impulspiloten
Autor
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Vaya Wieser-Weber ist Unternehmerin und Keynote Speakerin für Growth Mindset, Zuversicht und positive Führung im Business. Unternehmen buchen sie, wenn es darum geht, Veränderung nicht nur zu verstehen, sondern in Verhalten zu übersetzen und eine klare, zukunftsorientierte Haltung im Unternehmen zu verankern.
Sie zählt zu den profiliertesten Speakerinnen im deutschsprachigen Raum und steht für Keynotes mit Substanz, Wirkung und hoher Umsetzungsstärke – geprägt von über 25 Jahren Erfahrung, fundierter Expertise sowie einer kraftvollen Mischung aus Klarheit, Energie und Humor.
In ihren Vorträgen zeigt sie, wie Unternehmen, Teams und Führungskräfte auch in unsicheren Zeiten handlungsfähig bleiben, ein starkes Growth Mindset entwickeln und Zuversicht gezielt als Führungsressource nutzen.
Als Autorin, Podcasterin von „Good Life, Good Business“ und geschäftsführende Gesellschafterin der Impulspiloten GmbH entwickelt sie Formate für Organisationsentwicklung, die Kultur, Zusammenarbeit und Führung nachhaltig verändern.
Mehr über ihre Arbeit:
👉 www.vaya.live
👉 www.impulspiloten.de
👉 www.wildwomensclub.de
👉 Podcast „Good Life, Good Business“