In der neuen Folge von „Good Life, Good Business“ ist Kerstin Winkelmann, Head of HR bei Motel One bei uns zu Gast. Eine Führungskraft, die mit klarer Strategie und durchdachten Prozessen zeigt, wie Kultur, Lernen und operative Exzellenz Hand in Hand gehen. Und genau das macht diese Folge besonders spannend – für alle, die nachhaltige Organisationsentwicklung verstehen und gestalten wollen.
Hotellerie als Fallbeispiel für Systemdenken
Hotels sind per se hochkomplexe Systeme: Prozesse sind unmittelbar sichtbar, kleine Ineffizienzen wirken direkt auf Gäste und Mitarbeitende. Für mich ist genau das der analytische Reiz: Wer Prozesse konsequent denkt, kann Hebel identifizieren, die Effizienz und Erlebnisqualität gleichzeitig erhöhen.
Bei Motel One wird dies auf bemerkenswerte Weise umgesetzt:
Radikal vereinfachte Check-in/Check-out-Prozesse, die Wartezeiten eliminieren und den Gästeservice verbessern
Klares Design und konsistente Markenqualität trotz niedriger Preispositionierung
Prozesse, die Mitarbeitende entlasten und Ressourcen optimal nutzen
Was Kerstin David und mir erzählt hat, ist kein Zufall, sondern systemische Logik, die operatives Handeln mit Kultur und Kundenfokus verknüpft.
Lernen als kontinuierliches System
Ein zentrales Learning aus dem Gespräch: Weiterbildung darf nie als punktuelle Maßnahme gedacht werden. Sie ist ein kontinuierliches, systematisches Konzept:
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Stetige, kleine Fortschritte führen zu nachhaltiger Entwicklung – nicht kurzfristige Großaktionen.
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Spielerisches Lernen ist ein Hebel, wenn er bewusst eingesetzt wird.
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Kultur lässt sich nicht nachträglich implementieren. Wer hier Lücken hat, verliert Effizienz und Engagement.
Dieses analytische Verständnis von Lernprozessen hilft, Ressourcen sinnvoll einzusetzen und Wirkung messbar zu steigern.
Motel One als Blaupause für lernende Organisationen
Kerstin demonstriert eindrucksvoll, wie eine lernende Organisation in der Praxis funktioniert: Sie zeigt, wie effizient gestaltete Prozesse Reibung reduzieren und Klarheit schaffen, während eine menschenzentrierte Kultur Motivation und Bindung stärkt. Entwicklung wird nicht als punktuelle Intervention verstanden, sondern als kontinuierlicher Prozess, der fest im Alltag verankert ist. Und sie macht deutlich, dass Mut zur Regelinnovation nicht nur Differenzierung ermöglicht, sondern auch strategische Vorteile schafft. Für mich wird dabei ein zentrales Prinzip sichtbar: Organisationen, die Lernen, Kultur und Prozesse als integriertes System begreifen, erzeugen nachhaltige Wirkung – für ihre Mitarbeitenden ebenso wie für ihre Kundinnen und Kunden.
Systematisches Lernen beginnt bei Kultur und Haltung
Das Gespräch mit Kerstin hat für mich noch einmal sehr klar herausgearbeitet, wie unmittelbar Kultur wirkt – im Hotel genauso wie in jedem anderen Unternehmen. Kultur ist dieser unsichtbare Rahmen, der Orientierung gibt, Verhalten prägt und den Boden für Entwicklung bereitet. Kerstin beschreibt sehr konkret, wie Motel One Lernen nicht als Add-on versteht, sondern als Ergebnis sauber aufgesetzter Prozesse, einer klaren Haltung und eines konsequent menschenzentrierten Blicks.
Besonders eindrücklich fand ich, wie sie schildert, dass echte Lernkultur nur entstehen kann, wenn Strukturen Freiraum ermöglichen, Regeln immer wieder hinterfragt werden dürfen und Führung eher als Ermöglichen denn als Kontrollieren verstanden wird. Genau dort entsteht der Raum für Eigenverantwortung, Innovation und nachhaltigen Fortschritt.
Für mich ist diese Episode deshalb ein Muss für alle, die Organisationen nicht nur verwalten, sondern strategisch entwickeln und wirklich zukunftsfähig machen wollen.
Bleibt neugierig –
eure Vaya Wieser-Weber,
und das Team der Impulspiloten