Wenn der Weg anders läuft als geplant: Elena Müller über Mut, Mindset und die Arbeitswelt der Zukunft

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Manche Menschen begegnen uns und hinterlassen mehr als ein gutes Gespräch. Sie bringen Energie mit, inspirieren durch ihren Weg und erinnern uns daran, wie wertvoll es ist, neugierig zu bleiben. Elena Müller ist für mich genau so eine Persönlichkeit. Als Unternehmerin, Keynote-Speakerin und HR-Strategieberaterin gestaltet sie mit dem Speaker Spot Magazin eine Plattform für die Speakerbranche und die Chefetage. In der aktuellen Folge meines Podcasts Good Life. Good Business. haben wir über ihren Weg in die Selbstständigkeit, die Zukunft der Arbeitswelt, Generationen und die Kraft eines starken Mindsets gesprochen.

Was mich an unserem Gespräch besonders berührt hat: Elena erzählt mit einer bemerkenswerten Offenheit von ihren Erfahrungen und davon, wie aus Umwegen, Herausforderungen und einer gehörigen Portion Durchhaltevermögen etwas Eigenes entstanden ist. Und natürlich haben wir uns auch über die Frage unterhalten, was Menschen heute brauchen, um in einer sich ständig verändernden Welt handlungsfähig zu bleiben.

 

Vom Wunschjob Mediengestalterin zum eigenen Magazin

Elena hat deutsch-amerikanische Wurzeln, drei Studienabschlüsse und 15 Jahre Erfahrung im Personalwesen. Heute verantwortet sie als Geschäftsführerin und Chefredakteurin das Speaker Spot Magazin, das sie für die Speakerbranche und die Chefetage im deutschsprachigen Raum aufgebaut hat.

Was ich an ihrer Geschichte so spannend finde, ist der Weg dorthin. Denn ihr Wunsch, im Medienbereich zu arbeiten, war schon früh da. Eigentlich wollte Elena Mediengestalterin werden. Die finanziellen Möglichkeiten ihrer Familie machten diesen Weg zunächst schwierig. Also entschied sie sich für eine Ausbildung zur Industriekauffrau und studierte später Betriebswirtschaft.

Der Wunsch nach Medien blieb jedoch bestehen. Als sie die Möglichkeit bekam, sich für ein Stipendium an einer Medienhochschule zu bewerben, griff sie zu. Und dann kam das, was ich selbst sehr gut kenne: Die Menschen um sie herum sagten, sie müsse sich entscheiden. Master oder Medienstudium.

Elena entschied sich für beides.

Ich musste an dieser Stelle schmunzeln, weil ich mich selbst in diesem Gedanken wiederfinde. Ich bin ein ausgesprochener Sowohl-als-auch-Mensch. Wenn ich zwei Paar Schuhe sehe, die mir gefallen, fällt mir die Entscheidung für eines davon auch eher schwer. Warum sollte ich mich entscheiden, wenn ich beides machen kann?

Natürlich funktioniert das nicht immer und für jeden Lebensbereich gleich. Aber Elenas Geschichte zeigt, was möglich wird, wenn wir unseren eigenen Weg suchen, statt uns zu früh auf vermeintlich vorgegebene Optionen festzulegen.

Sie absolvierte ihren Master in zwei Jahren und ließ sich für das Medienstudium mehr Zeit. Ihre Erfahrungen aus dem Personalwesen, ihre Kenntnisse in Kommunikation und Social Media sowie ihre kreative Seite kamen schließlich zusammen.

Aus verschiedenen Erfahrungen kann etwas entstehen, das wir am Anfang unseres Weges noch gar nicht erkennen.

Und genau daraus entwickelte sich ihre Idee, ein eigenes Magazin auf den Markt zu bringen.

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Weitere Informationen

Die Arbeitswelt verändert sich. Und wir müssen beweglich bleiben.

Elenas beruflicher Hintergrund im HR-Bereich hat uns schnell zu einer Frage geführt, die mich selbst seit vielen Jahren beschäftigt: Wie bleiben Menschen und Organisationen in einer Arbeitswelt handlungsfähig, in der sich Veränderungen immer schneller aufeinanderfolgen?

Elena hat eine Entwicklung selbst hautnah erlebt. Als sie ihre Ausbildung begann, waren schriftliche Bewerbungen und Bewerbungsmappen noch selbstverständlich. Als sie etwa zweieinhalb Jahre später in der Personalabteilung arbeitete, wurden bereits rund 70 Prozent der Bewerbungen online eingereicht. Innerhalb weniger Jahre hatte sich die Arbeitsweise deutlich verändert.

Solche Veränderungen erleben wir heute in vielen Bereichen. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, wirtschaftliche Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen beeinflussen, wie Unternehmen arbeiten, wie Menschen miteinander kommunizieren und welche Kompetenzen zukünftig gefragt sind.

Für mich ist dabei besonders wichtig, dass wir die Veränderung nicht nur als technische Aufgabe verstehen. Es geht auch um die Menschen, die in diesen Systemen arbeiten. Um ihre Fähigkeiten, ihre Bedürfnisse und ihre Bereitschaft, Neues zu lernen.

Elena bringt aus ihrer HR-Perspektive einen Gedanken ein, den ich sehr wertvoll finde: Wenn Unternehmen ihr Employer Branding entwickeln, sollten sie zunächst zuhören. Und zwar den Menschen, die das Unternehmen ausmachen.

 

Was die Generation Alpha für die Zukunft der Arbeit braucht

Welche Fähigkeiten brauchen junge Menschen, wenn sich Berufsbilder und Anforderungen immer wieder verändern?

Meine Vermutung ist, dass maximale Flexibilität und die Fähigkeit, sich schnell auf Neues einzustellen, immer wichtiger werden. Vielleicht arbeiten Menschen in Zukunft häufiger nur einige Jahre in einem bestimmten Berufsfeld und entwickeln sich anschließend in eine andere Richtung weiter.

Elena sieht ebenfalls, dass sich berufliche Wege verändern werden. Sie geht davon aus, dass Abschlüsse weiterhin eine wichtige Rolle spielen können, beispielsweise als Nachweis dafür, dass jemand über einen längeren Zeitraum an einer Aufgabe gearbeitet und ein Ziel erreicht hat. Gleichzeitig wird es aus ihrer Sicht weniger entscheidend sein, dass ein einmal erworbener Abschluss für immer exakt zum späteren Beruf passt.

Das finde ich einen wichtigen Perspektivwechsel.

Wir dürfen Bildung und Ausbildung als Grundlage verstehen, auf der wir weiter aufbauen. Wissen lässt sich erweitern, übertragen und in neuen Zusammenhängen anwenden. Gerade durch KI entstehen zusätzliche Möglichkeiten, sich Wissen anzueignen und Lernprozesse individueller zu gestalten.

Ich habe im Gespräch von NotebookLM erzählt, das ich meinen Kindern gezeigt habe. Mich fasziniert, wie sich Inhalte mithilfe von KI beispielsweise in Podcastform aufbereiten lassen. Wissen wird dadurch auf eine andere Art zugänglich und kann in unterschiedlichen Formaten verarbeitet werden.

Für mich passt das sehr gut zum Growth Mindset: Wir bleiben neugierig, probieren neue Werkzeuge aus und erkennen, dass Lernen nicht mit einem Abschluss endet.

Menschliche Fähigkeiten bleiben entscheidend

Bei aller Begeisterung für technologische Entwicklungen ist mir eines besonders wichtig: Wir dürfen die menschliche Seite nicht aus dem Blick verlieren.

Elena sieht auch in Zukunft Bereiche, in denen die persönliche Interaktion eine große Rolle spielen wird. Sie nennt unter anderem Kundenservice, Personalwesen und Führung. Gerade dort geht es um Vertrauen, Beziehung, Reflexion und den Umgang mit Menschen.

Ich glaube, dass wir diese Fähigkeiten noch bewusster entwickeln müssen. Flexibilität, emotionale Intelligenz, Kommunikationsfähigkeit und die Bereitschaft, sich selbst zu hinterfragen, werden in einer sich verändernden Arbeitswelt immer wertvoller.

Technologie kann uns unterstützen. Wie wir mit ihr umgehen und wie wir miteinander arbeiten, bleibt eine menschliche Aufgabe.

Wenn der Umweg zum Geschenk wird

Zum Ende unseres Gesprächs hat Elena eine Botschaft formuliert, die bei mir besonders hängen geblieben ist.

Sie sagte, dass es ihr geholfen habe, Situationen, die nicht nach Plan laufen, im Rückblick als Geschenk zu betrachten.

Dazu erzählt sie von ihrem eigenen Weg: Dass es vielleicht sogar gut war, nicht direkt Mediengestalterin geworden zu sein, sondern zunächst BWL zu studieren und Erfahrungen in der Wirtschaft und im Personalwesen zu sammeln. Denn genau diese Erfahrungen haben ihr später geholfen, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen.

Auch von ihrer beruflichen Situation nach der Ausbildung berichtet sie. Damals war die Wirtschaft schwierig, sie fand zunächst keine Festanstellung und war frustriert, wenn andere bereits einen Job hatten. Im Nachhinein hat sie jedoch aus den verschiedenen Unternehmen, in denen sie tätig war, viel für sich mitgenommen.

 

Wir wissen oft erst im Rückblick, welche Bedeutung ein Umweg für unseren Weg hatte.

Das bedeutet nicht, dass wir jede schwierige Situation schönreden müssen. Es gibt Erfahrungen, die anstrengend, schmerzhaft oder enttäuschend sind. Und natürlich dürfen wir uns darüber ärgern.

Aber wir können uns irgendwann fragen: Was nehme ich daraus mit? Was habe ich gelernt? Welche Möglichkeiten ergeben sich jetzt, die ich vorher vielleicht gar nicht gesehen habe?

Diese Haltung hat für mich viel mit Zuversicht zu tun. Mit der Bereitschaft, auch dann weiterzudenken, wenn der ursprüngliche Plan nicht aufgeht.

 

Keep growing –

eure Vaya Wieser-Weber,

und das Team der Impulspiloten

Autor

  • Vaya Wieser Weber

    Vaya Wieser-Weber ist Unternehmerin und Keynote Speakerin für Growth Mindset, Zuversicht und positive Führung im Business. Unternehmen buchen sie, wenn es darum geht, Veränderung nicht nur zu verstehen, sondern in Verhalten zu übersetzen und eine klare, zukunftsorientierte Haltung im Unternehmen zu verankern.

    Sie zählt zu den profiliertesten Speakerinnen im deutschsprachigen Raum und steht für Keynotes mit Substanz, Wirkung und hoher Umsetzungsstärke – geprägt von über 25 Jahren Erfahrung, fundierter Expertise sowie einer kraftvollen Mischung aus Klarheit, Energie und Humor.

    In ihren Vorträgen zeigt sie, wie Unternehmen, Teams und Führungskräfte auch in unsicheren Zeiten handlungsfähig bleiben, ein starkes Growth Mindset entwickeln und Zuversicht gezielt als Führungsressource nutzen.

    Als Autorin, Podcasterin von „Good Life, Good Business“ und geschäftsführende Gesellschafterin der Impulspiloten GmbH entwickelt sie Formate für Organisationsentwicklung, die Kultur, Zusammenarbeit und Führung nachhaltig verändern.

    Mehr über ihre Arbeit:
    👉 www.vaya.live
    👉 www.impulspiloten.de
    👉 www.wildwomensclub.de
    👉 Podcast „Good Life, Good Business“

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