Warum Zuversicht für Führung so entscheidend ist
Ob wir wollen oder nicht – wenn es brenzlig wird, passen wir unsere eigenen Emotionen denen der ranghöchsten Person im Raum an. Dass passiert ganz unbewusst, dank unserer Spiegelneuronen im Gehirn und soll uns seit Urzeiten die Überlebenschancen erhöhen. Auch heute suchen Menschen in unsicheren Zeiten ganz automatisch nach einem Anker. Sie sehnen sich nach Klarheit, nach einer Perspektive, die ihnen Mut macht. Und genau hier kommst du ins Spiel. Als Führungskraft hast du die Möglichkeit, Stabilität zu vermitteln – selbst, wenn du selbst nicht alle Antworten hast. Denn echte Zuversicht entsteht nicht durch Gewissheit, sondern durch den festen Glauben daran, dass Lösungen möglich sind.
Zuversicht ist gerade heute kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor für zukunftsfähige Unternehmen. Laut einer Studie der Jenewein AG sind Mitarbeitende in Unternehmen mit einer zuversichtlichen Führung nicht nur produktiver, sondern auch loyaler. Warum? Weil sie spüren, dass ihr Beitrag zählt und dass es eine Zukunft gibt, für die es sich lohnt, sich einzusetzen. Doch das funktioniert nur, wenn du selbst diese Haltung verinnerlichst. Deine eigene innere Klarheit bestimmt, wie dein Team auf Herausforderungen reagiert.
Was passiert, wenn Führungskräften Zuversicht fehlt?
Zuversicht kann wie ein Leuchtturm strahlen – oder wie ein Schatten auf dein Team fallen. Wenn Führungskräfte ins Wanken geraten, überträgt sich das auf die gesamte Organisation. Plötzlich dominiert Angst. Menschen halten an alten Prozessen fest, weil Veränderung mit Unsicherheit verbunden ist. Entscheidungen werden aufgeschoben, statt aktiv Lösungen zu suchen.
Das Ergebnis?
Unternehmen verlieren ihre Agilität, verpassen Chancen und erstarren in der Krise. Noch gravierender ist, dass Unsicherheit ansteckend ist. Studien zeigen, dass Emotionen sich innerhalb eines Teams wie ein Virus verbreiten. Wenn du als Führungskraft Zweifel ausstrahlst, dann spürt dein Team das – und reagiert mit Rückzug oder Widerstand. Was dann folgt, ist eine Abwärtsspirale: fehlendes Vertrauen, stagnierende Entwicklung und ein Team, das sich mehr mit Risiken als mit Lösungen beschäftigt.
Die Psychologie hinter Zuversicht
Zuversicht ist kein bloßes Bauchgefühl – sie basiert auf fundierten psychologischen Prinzipien. Das Konzept des Psychological Capital (PsyCap) von Fred Luthans zeigt, dass Zuversicht auf vier tragenden Säulen ruht:
- Selbstwirksamkeit: Dein Glaube an die eigene Fähigkeit, Herausforderungen aktiv zu bewältigen.
- Optimismus: Die Überzeugung, dass sich Dinge positiv entwickeln können – nicht durch Zufall, sondern durch dein Handeln.
- Hoffnung: Der Wille, neue Lösungswege zu finden, auch wenn der erste Versuch scheitert.
- Resilienz: Die Fähigkeit, nach Rückschlägen wieder aufzustehen und gestärkt weiterzumachen.
Führungskräfte mit hohem PsyCap navigieren sicherer durch Krisen, weil sie nicht nur an Lösungen glauben, sondern aktiv nach ihnen suchen. Und das Beste daran? PsyCap ist trainierbar. Mit gezieltem Fokus auf diese vier Säulen kannst du deine eigene Zuversicht stärken – und damit dein Team mitziehen.
Wie du als Führungskraft Zuversicht aufbaust
Zuversicht entsteht nicht von selbst oder ist eine angeborene Sichtweise auf das Leben und seine Herausforderungen – sie ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen, konsequenter Selbstführung und gezielter Maßnahmen.
Als Führungskraft kannst du aktiv daran arbeiten, nicht nur deine eigene innere Stärke zu entwickeln, sondern auch ein Umfeld zu schaffen, in dem dein Team wächst und Vertrauen fasst.
Der Schlüssel liegt darin, den Fokus von Unsicherheiten auf Gestaltungsmöglichkeiten zu verlagern. Statt von äußeren Umständen geleitet zu werden, kannst du bewusst den Rahmen setzen, in dem Zuversicht gedeihen kann. Es geht dabei jedoch auf keinen Fall darum, jede Herausforderung kleinzureden, sondern sie stattdessen mit einer lösungsorientierten Haltung aktiv anzugehen.
Denn: Wer prinzipiell den Mut hat, nach vorne zu schauen, wird auch Wege finden, die andere noch nicht sehen.
1. Komm ins Handeln – auch wenn die Zukunft ungewiss ist
Zuversicht bedeutet nicht, dass du alle Antworten kennst. Es bedeutet, dass du darauf vertraust, Lösungen zu finden – und genau das vermittelst du deinem Team. Wer Verantwortung übernimmt, schafft Sicherheit.
Das Schlimmste, was du in einer Krise machen kannst, ist dazusitzen und zu grübeln. Selbst, wenn du noch keine Lösung oder einen Aktionsplan hast ,solltest du dir selbst das Gefühl geben, handlungsbereit zu sein. Und wenn du erst einmal anfängst zu kochen, loszulaufen oder telefonierts, wichtig ist: komm ins Tun – und dein Gehirn wird sich darauf einlassen, aktiv bleiben und weiter an einer Lösung arbeiten, bis es sie gefunden hat.
Praxis-Tipp: Mache dir bewusst, was du beeinflussen kannst. Frage dich: Welche Entscheidungen kann ich heute treffen, um morgen mehr Klarheit zu schaffen? Anstatt dich auf Unsicherheiten zu fokussieren, richte deinen Blick auf den nächsten konkreten Schritt. Denn jede getroffene Entscheidung gibt dir Kontrolle zurück.
2. Klarheit schaffen – Vision und Richtung geben
Menschen brauchen Orientierung. Ohne ein klares Zielbild bleibt Unsicherheit bestehen. Dein Team muss wissen, wofür es arbeitet – und dass sich der Einsatz lohnt.
Praxis-Tipp: Entwickle eine klare, greifbare Zukunftsvision. Formuliere sie in einer Sprache, die Zuversicht vermittelt: „Wir haben NOCH nicht alle Antworten, aber wir finden sie gemeinsam.“ Das Wort „noch“ ist ein Gamechanger – es signalisiert Entwicklung und gibt Hoffnung, dass Herausforderungen lösbar sind. Kommuniziere diese Botschaft immer wieder und schaffe eine Kultur der gemeinsamen Verantwortung.
3. Emotionale Ansteckung bewusst steuern
In unserem Gehirn sind die Spiegelneuronen so angelegt, dass sie ganz gezielt die Emotionen der ranghöchsten Person im Raum registrieren und übernehmen. Ursprünglich, um sich evolutionstheoretisch einen Überlebensvorteil zu sichern, denn wenn der Anführer in Panik verfällt ist es erfahrungsgemäß sicherere, sich auf dessen Expertise zu verlassen und ebenfalls das Weite zu Suchen. Viel hat sich an der Arbeit unserer Spiegelneuronen nicht geändert. Das bedeutet, dass deine Haltung als Führungskraft nach wie vor starken Einfluss hat, ob dein Team Panik oder Vertrauen verspürt.
Praxis-Tipp: Achte auf deinen inneren Zustand, deine eigene Sprache und deine Körpersprache. Schau, dass du in Krisen- oder Stresssituationen in Ruhe bist. Setze dich mit der Thematik der Unsicherheit, wenn möglich am besten im Vorfeld mit einem Coach oder Sparringpartner auseinander, damit du besser innere Ruhe und Sicherheit ausstrahlen kannst, wenn du mit deinem Team kommunizierst.
Redest du über Herausforderungen als unüberwindbare Hindernisse oder als Chancen? Zeigst du Risiken oder Möglichkeiten auf? Dein Team spürt, ob du deine eigenen Worte glaubst. Statt „Das wird schwierig“ zu sagen, formuliere „Das ist eine Herausforderung – und wir haben die Fähigkeiten, sie zu meistern.“ Diese innere Haltung entscheidet darüber, ob dein Team sich mit Problemen auseinandersetzt oder resigniert.
4. Psychologische Sicherheit fördern
Zuversicht kann nur dort wachsen, wo Menschen sich trauen, Fragen zu stellen, Ideen einzubringen und Fehler als Lernmöglichkeit zu sehen. Psychologische Sicherheit ist das Fundament einer zuversichtlichen Kultur.
Praxis-Tipp: Fördere eine Umgebung, in der Fehler kein Tabu sind. Stelle offene Fragen wie „Was brauchen wir, um hier eine Lösung zu finden?“ Zeige, dass du die Beiträge deines Teams ernst nimmst und ein Raum für gemeinsames Lernen geschaffen wird.
5. Erfolge sichtbar machen
Wer nur auf das schaut, was noch fehlt, verliert den Blick für das, was bereits erreicht wurde. Fortschritt stärkt Zuversicht – doch er muss sichtbar gemacht werden.
Praxis-Tipp: Feiere Erfolge, insbesondere die kleinen. Baue bewusst Reflexionsmomente ein, in denen das Team erkennt, welche Hürden es bereits genommen hat. Eine simple Frage reicht oft aus: „Was haben wir in den letzten drei Monaten gelernt und erfolgreich umgesetzt?“ Erfolg ist ein Prozess – und er beginnt damit, ihn wahrzunehmen.
6. Growth Mindset kultivieren
Deine Sprache formt dein Denken – und dein Denken beeinflusst dein Handeln. Führungskräfte mit einem Growth Mindset sehen Herausforderungen als Wachstumschancen.
Praxis-Tipp: Nutze gezielt die „Noch-nicht“-Strategie. Statt zu sagen „Das funktioniert nicht“, sage „Das funktioniert NOCH nicht – aber wir arbeiten daran.“ Dieser kleine Unterschied macht den Unterschied zwischen Stillstand und Weiterentwicklung.
7. Achtsamkeit und Selbstführung
Zuversicht beginnt in dir. Wenn du selbst nicht stabil bist, kannst du diese Stabilität auch nicht vermitteln. Selbstführung ist der Schlüssel.
Praxis-Tipp: Baue Routinen ein, die dir Klarheit geben. Ob Meditation, Bewegung oder bewusste Reflexion – finde heraus, was dich in einen stabilen Zustand bringt. Nur wer bei sich selbst Ruhe findet, kann diese Ruhe auch weitergeben.
BONUS-Tipp:
Solltest du ein Gehirn mit einer höheren Neurotizismus-Ausprägung haben – also schnell auf Stress anspringen, leicht aus der Balance kommen oder oft Ängste spüren, fange mit Eisbaden an! Mit diesem Tool simulierts du während des Eisbadens den ultimativen Panikmoment für dein Gehirn und dein Körper lernt durch das Training Angst auf tiefster ebene loszulassen, so dass du Stress im Alltag sehr viel gelassener Entgegentreten kannst.
Zuversicht als Führungskompetenz
Zuversicht ist keine naive Hoffnung – sie ist eine bewusste Strategie, um Herausforderungen aktiv anzugehen. Sie ist der Unterschied zwischen Stillstand und Fortschritt. Als Führungskraft hast du die Möglichkeit, eine Kultur der Zuversicht zu schaffen – für dein Team, für dein Unternehmen, für die Zukunft. Nutze sie.
Jetzt aktiv werden: Vortrag oder Workshop zum Thema Zuversicht und Growth Mindset
Wenn du als Führungskraft oder Unternehmen wirklich einen Unterschied machen möchtest, dann ist jetzt der richtige Moment, aktiv zu werden. Ich biete inspirierende Vorträge und praxisorientierte Workshops an, die dir und deinem Team helfen, eine Kultur der Zuversicht aufzubauen und nachhaltig zu stärken.
Ob als Impulsvortrag oder vertiefender Workshop – du kannst wählen, welches Format am besten zu deinem Unternehmen passt. Von knackigen Keynotes bis hin zu intensiven Trainings für Führungskräfte – hier bekommst du keine graue Theorie, sondern echte Werkzeuge für den Arbeitsalltag.
Lass dich und dein Team mit Zuversicht anstecken und erfahre, wie diese Super-Power zur treibenden Kraft für Veränderung und Erfolg wird.
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Bleib wild und neugierig
Deine Vaya Wieser-Weber